Unsere Loge

Im 10. Jahrhundert wurde Quedlinburg durch das Engagement König Heinrich I. und seiner zweiten Gemahlin Mathilde zu einer Art Gralsburg im Osten. Reichstage und Synoden machten in der Folge den Ort Quedlinburg im 10. Jahrhundert zur ersten Hauptstadt des Reiches. Hier ist also die geschichtliche Wiege unseres ersten deutschen Staates.

 

  Am 6. Juni 1846 wurde unter der Konstitution der G.L.L.v.D. die Johannisloge "Zur goldenen Waage" gegründet. In dem uns vorliegenden Mitgliederverzeichnis aus dem Maurerjahr 1928 sind 141 Mitglieder aufgeführt. Wie überall in Deutschland wurde auf angeordneten Beschluss 1935 auch diese Loge aufgelöst.

Die darauf folgende Zeit hat Quedlinburg ohne nennenswerte Kriegsschäden überstanden. So blieb auch das alte Logenhaus als "Kreisbibliothek" erhalten. Nur die Freimaurerei geriet wie überall in Ostdeutschland allmählich in Vergessenheit. Im Jahr 2009 wurde auch dieses Gebäude abgerissen und musste einem Neubau weichen. Lediglich der Tempel im hinteren Bereich wurde restauriert und soll als Cafeteria genutzt werden und der Öffentlichkeit zugänglich sein. Das Deutsche-Rote-Kreuz, als Betreiber, gab über die Lokalpresse bekannt, dass eine Dauerausstellung in der Cafeteria über die Freimaurerei  informieren wird.

 

Mit Ergriffenheit erlebten wir in Quedlinburg die Wende im Herbst 1989 und die unerwartete Grenzöffnung. Zum ersten Mal besuchte nun Heinrich Keese aus Hameln die Stadt Quedlinburg. Er bündelte Kräfte aus der Loge "Zur königlichen Eiche" in Hameln und aus der Loge "Wilhelm zu den drei Säulen" aus Wolfenbüttel. Durch regelmäßig stattfindende Gästeabende bildete sich bald ein stabiler Kreis einheimischer Interessenten, die sich mit Freimaurerei nicht nur oberflächlich beschäftigen wollten.

 

Im April 1991 erfolgte die Gründung unserer Loge. Auf Wunsch der einheimischen Brüder erhielt die Loge den Namen "Zur beständigen Freiheit". Diese Namensgebung erfolgte unter dem Eindruck jahrzehntelanger Unterdrückung und ist Verpflichtung, beständig für den Erhalt der Freiheit zu wirken. Zur Festarbeit und Lichteinbringung am 6. Oktober 1991 wurde Bruder Heinrich Keese erster Meister vom Stuhl in einer der ersten Logen in Mitteldeutschland.

 

 

 

 

 

"Für mich war es die Erfüllung meiner freimaurerischen Arbeit, an der Wiederbegündung der Freimaurerei in Quedlinburg mitwirken zu können, und eine Ehre, von den Brüdern dieser neuen Loge das Vertrauen zu erhalten, den ersten Hammer als MvSt. zu führen. Wenn die Zeit gekommen ist, dass ich an einen Bruder aus Quedlinburg diese Hammerführung übergebe, wird es die Krönung meiner freimaurerischen Laufbahn bedeuten" (Heinrich Keese)

 Seit dem Johannisfest 1994 wird unsere Loge nun ausschließlich von einheimischen Brüdern geleitet. Unsere auswärtigen Brüder stehen uns jedoch noch immer zur Seite, wenn auch ihre Anwesenheit in Quedlinburg seltener geworden ist und sich vorwiegend auf besondere Veranstaltungen beschränkt. Zur Zeit hat unsere Loge 28 Mitglieder. Durch die Ausgestaltung informativer Öffentlichkeits- und Gästeabende ist auch ein reges Interesse an der Freimaurerei im allgemeinen und besonders unserer Loge festzustellen. Unser derzeitiger Vorsitzender/ MvSt. ist Br. Axel Klinke.

 Viele Jahre arbeitete unsere Loge in einigen angemieteten Räumen im "Weißen Engel" in Quedlinburg. Ende der 90er Jahre reifte der Entschluss, ein eigenes Logenhaus zu besitzen. Nachdem nun viele Objekte besichtigt wurden, einigte man sich darauf, dass völlig desolate Objekt "Stieg 21" zu kaufen. Mit viel Mühe, Schweiß, Geld und der Unterstützung von befreundeten Brüdern sowie des selbstlosen Einsatzes einiger Brüder unserer Loge entstand unser Logenhaus in der heutigen Form. Noch sind nicht alle Arbeiten vollständig abgeschlossen. Zur Zeit ist der Ausbau des Dachgeschosses als Ausstellungsraum in Planung. Jedoch können Sie sich bei einem Besuch in unserer Loge davon überzeugen, mit wie viel Liebe zum Detail dieses alte Fachwerkhaus saniert wurde.

© by M.P.Hesse